Hylemorphismus und Identität

„…Der Begriff der Materie im Sinne des aristotelischen Hylemorphismus unterscheidet sich vom Begriff der Materie, wie er in den Wissenschaften oder auch im Alltag Verwendung findet.

Materie im Sinne des Hylemorphismus ist das, was bestimmbar ist. Die Materie ist das an sich selbst unbestimmte, was bestimmbar ist, was in Potenz ist und durch die Form bestimmt wird.

Dagegen ist z.B. Tinte oder jede andere Materie im Sinne der Naturwissenschaft oder des Alltagsverständnisses schon bestimmte, d.h. geformte Materie, die aber im Hylemorphismus als „sekundäre Materie“ bezeichnet wird.

Im eigentlich wesentlichen, metaphysischen Sinne ist die Materie das bestimmbare Substrat der Potenz.

Das bestimmbare Substrat der Potenz ist das, was die Scholastiker als Materie bezeichnen und die bestimmenden Muster sind das, was sie als Form bezeichnen.

Wenn es wirkliche Veränderungen gibt, woran kaum Zweifel bestehen, dann gibt es auch Form und Materie. Die Materie ist das, was in einer Veränderung aktualisiert werden muss und die Form ist das, was das Ergebnis der Aktualisierung hinsichtlich eines Zieles – einer „Bestimmung“ – ist.

Jedes bestimmende, aktualisierende Muster gilt als Form in diesem Sinne, nicht nur die Gestalt eines Dinges, sondern auch die Farbe, die Temperatur, die Größe und alle anderen Bestimmungen, die eine Entität annehmen kann….“                

…mehr zum Begriff Hylemorphismus bei Scholastiker

 

ph/ca

 

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